Verflochtenes kulturelles Erbe als Brücke zwischen Kulturen – Entangled Cultural Heritage as Intercultural Bridging

Internationale Tagung - Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Unser gemeinsames kulturelles Erbe lässt sich denken als das, was zumindest auf den ersten Blick nicht mehr ist, und doch nicht aufhören kann zu sein. Unser kulturelles Erbe ist weltweit verflochten. 

Humboldts Nachlass etwa, den wir in Berlin oder in Krakau erforschen, entfaltet nicht nur komplexe Bedeutungen für Deutschland oder Polen, sondern auch für die indigenen Kulturen Lateinamerikas, für die spanischsprachige Welt der Amerikas oder für die Weltgemeinschaft insgesamt.

Diesen Verflechtungen will dieses deutsch-chinesische Symposium des Zentrums Preußen Berlin in Zusammenarbeit mit der Xiamen University mit einem Reigen von Vorträgen aus den chinesischen Provinzen Fujian und Hunan, aus der deutsch-französischen Perspektive der Rückgabe von Kulturgütern an den Globalen Süden, aus dem polnischen Krakau, aus Rio de Janeiro oder aus den laufenden Akademienvorhaben unseres Zentrums aus vielperspektivischer Sicht nachgehen.

Die BBAW bekennt sich zu ihrer Aufgabe, unser gemeinsames kulturelles Erbe zu erschließen, zu sichern, zu erforschen und zu vergegenwärtigen. Sie hat dazu ein zielführendes Manifest vorgelegt. Das Symposium bildet den Auftakt zu einem im September 2026 an der Xiamen University in China organisierten Kongress und versteht sich als Plattform zur Vernetzung wichtiger Initiativen und Institutionen, die sich für unser weltweit verflochtenes kulturelles Erbe verantwortlich fühlen.

Eine Veranstaltung des Zentrums Preußen-Berlin (BBAW) in Zusammenarbeit mit dem Center for Exchanges and Mutual Learning among Civilizations (EMLAC) der Xiamen University.

Konzept und Organisation: Ottmar Ette (BBAW/Humboldt Center for Transdisciplinary Studies, Changsha), LIU Yue (EMLAC, Xiamen University)

Programm: 

16:30Begrüßung 
 EröffnungAkademiemitglied Ottmar Ette (BBAW/HCTS, Changsha)
17:00VorträgeModeration: Harald Siebert (BBAW)
 Presence / Absence: Kulturelles Erbe aus zunehmend globaler PerspektiveAkademiemitglied Bénédicte Savoy (TU Berlin)
 Nachvollzug, Schutz und Reaktivierung des gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses im chinesisch-deutschen KontextLIU Yue (Xiamen University)
 Als es heute war. Zur Zukunft der EditionsphilologieTobias Kraft (BBAW)
 Über die allmähliche Verfertigung des Geistes beim Übersetzen: Zu Friedrich Schleiermachers Theorie des ÜbersetzensSarah Schmidt (BBAW)
18:30Pause 
18:45VorträgeModeration: Tobias Kraft (BBAW)
 Zeremoniell als Ausdruck kultureller Wahrnehmung: der Empfang von Vertretern der japanischen und chinesischen Monarchien am Berliner Hof des 19. JahrhundertsAnnelie Große (BBAW)
 Cultural Heritage and Indigenous Literatures in Latin AmericaAntonio Andrade (Universidade Federal do Rio de Janeiro)
 At the Edge of Old Worlds and New: Hunan‘s Encounter with the InterculturalREN Haiyan (HCTS, Changsha)
 Die Berliner Bestände in Krakau als Brücke zwischen den Kulturen? Vorstellung eines neuen ForschungszentrumsJadwiga Kita-Huber (Jagiellonen-Bibliothek)
 Zum wachsenden Netz verflochtener ArchiveAkademiemitglied Ottmar Ette (BBAW/HCTS, Changsha)

16:30 - 20:30
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, 
Zur Anmeldung


Tagung: Editionspraktiken im historischen Wandel. Von der Schreibmaschine zur Künstlichen Intelligenz

5. bis 6. März 2026, BBAW am Gendarmenmarkt, Konferenzraum 1

Ein Workshop in Kooperation mit der AG philosophische Editionen der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Der Workshop ist öffentlich, richtet sich an alle Interessierten und findet im hybriden Format statt.

Organisation: Prof. Dr. Eva-Maria Engelen und Dr. Holden Kelm

Programm 5. März 2026
14:00–14:30 Eröffnung
Begrüßung: Christoph Markschies (Präsident der BBAW), Gerald Hartung (Sprecher der AG
Philosophische Editionen der DGPhil, Universität Wuppertal)
Einführung: Eva-Maria Engelen (BBAW / Universität Konstanz), Holden Kelm (BBAW)

Themenkreis I: Zur Transformation der Buchkultur im Zeitalter digitalen Edierens
(Moderation: Eva-Maria Engelen, BBAW / Universität Konstanz)
14:30–15:15 Anne Eusterschulte (FU Berlin): „Kompilationen. Fragen an das digitale Edieren aus der
Perspektive vormoderner Buchkulturen“
15:15–16:00 Paolo Rubini (Leibniz-Edition, BBAW): „Zu früh für die Zukunft: Die digitale Mission der
Leibniz-Edition Reihe VIII“
16:00 Kaffeepause
16:15–17:00 Norman Jakob (MEGA, BBAW): „Marx-Engels-Gesamtausgabe: Gewandelte Editions- und
Publikationspraktiken einer Druck- und Digitalausgabe“
17:00–17:45 Holden Kelm (Schleiermacher-Edition, BBAW): „Die Hybridedition – Übergangsphänomen
oder Standardmodell? Überlegungen in Bezug auf schleiermacher digital“
19:00 Abendessen

Programm 6. März 2026
Themenkreis II: Digital pur. Oder: Editionspraktiken unter Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz
(Moderation: Constanze Baum, HU Berlin)
10:00–10:45 Merlin Carl (Europa-Universität Flensburg, Gödel-Edition, BBAW): „Suchen ist
Interpretieren – eine kritische Betrachtung von KI-gestützten Retrieval-Methoden am
Beispiel der Philosophischen Notizbücher von Kurt Gödel“
10:45–11:30 Gordon Fischer (TELOTA, BBAW): „Zwischen Edition und Exploration: Digitale Texte im
Spannungsfeld von Editorik und Datenanalyse“
11:30 Kaffeepause
11:45–12:30 Frederike Neuber und Tim Westphal (TELOTA, BBAW): „Hybride Mensch-Maschine-
Forschung: KI-Einsatz in digitalen Editionen“
12:30–13:30 Mittagspause

Themenkreis III: Wissenschaftspolitische und -historische Reflexionen auf den digitalen Wandel
(Moderation: Holden Kelm, BBAW)
13:30–14:15 Tessa Gengnagel (CCeH, Universität Köln): „Zur Modelltheorie von Editionen unter
Berücksichtigung ihrer zunehmenden Maschinisierung“
14:15–15:00 Monja Reinhart (Scholz-Edition, Universität Münster): „Vom Wert der Wissenschaft:
Creative Commons als libertäre Idee“
15:00 Kaffeepause
15:15–16:00 Petra Gehring (TU Darmstadt): „Für Maschinen edieren?“
16:00–16:30 Abschlussdiskussion