Internationale Tagung - Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Unser gemeinsames kulturelles Erbe lässt sich denken als das, was zumindest auf den ersten Blick nicht mehr ist, und doch nicht aufhören kann zu sein. Unser kulturelles Erbe ist weltweit verflochten.
Humboldts Nachlass etwa, den wir in Berlin oder in Krakau erforschen, entfaltet nicht nur komplexe Bedeutungen für Deutschland oder Polen, sondern auch für die indigenen Kulturen Lateinamerikas, für die spanischsprachige Welt der Amerikas oder für die Weltgemeinschaft insgesamt.
Diesen Verflechtungen will dieses deutsch-chinesische Symposium des Zentrums Preußen Berlin in Zusammenarbeit mit der Xiamen University mit einem Reigen von Vorträgen aus den chinesischen Provinzen Fujian und Hunan, aus der deutsch-französischen Perspektive der Rückgabe von Kulturgütern an den Globalen Süden, aus dem polnischen Krakau, aus Rio de Janeiro oder aus den laufenden Akademienvorhaben unseres Zentrums aus vielperspektivischer Sicht nachgehen.
Die BBAW bekennt sich zu ihrer Aufgabe, unser gemeinsames kulturelles Erbe zu erschließen, zu sichern, zu erforschen und zu vergegenwärtigen. Sie hat dazu ein zielführendes Manifest vorgelegt. Das Symposium bildet den Auftakt zu einem im September 2026 an der Xiamen University in China organisierten Kongress und versteht sich als Plattform zur Vernetzung wichtiger Initiativen und Institutionen, die sich für unser weltweit verflochtenes kulturelles Erbe verantwortlich fühlen.
Eine Veranstaltung des Zentrums Preußen-Berlin (BBAW) in Zusammenarbeit mit dem Center for Exchanges and Mutual Learning among Civilizations (EMLAC) der Xiamen University.
Konzept und Organisation: Ottmar Ette (BBAW/Humboldt Center for Transdisciplinary Studies, Changsha), LIU Yue (EMLAC, Xiamen University)
Programm:
16:30
Begrüßung
Eröffnung
Akademiemitglied Ottmar Ette (BBAW/HCTS, Changsha)
17:00
Vorträge
Moderation: Harald Siebert (BBAW)
Presence / Absence: Kulturelles Erbe aus zunehmend globaler Perspektive
Akademiemitglied Bénédicte Savoy (TU Berlin)
Nachvollzug, Schutz und Reaktivierung des gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses im chinesisch-deutschen Kontext
LIU Yue (Xiamen University)
Als es heute war. Zur Zukunft der Editionsphilologie
Tobias Kraft (BBAW)
Über die allmähliche Verfertigung des Geistes beim Übersetzen: Zu Friedrich Schleiermachers Theorie des Übersetzens
Sarah Schmidt (BBAW)
18:30
Pause
18:45
Vorträge
Moderation: Tobias Kraft (BBAW)
Zeremoniell als Ausdruck kultureller Wahrnehmung: der Empfang von Vertretern der japanischen und chinesischen Monarchien am Berliner Hof des 19. Jahrhunderts
Annelie Große (BBAW)
Cultural Heritage and Indigenous Literatures in Latin America
Antonio Andrade (Universidade Federal do Rio de Janeiro)
At the Edge of Old Worlds and New: Hunan‘s Encounter with the Intercultural
REN Haiyan (HCTS, Changsha)
Die Berliner Bestände in Krakau als Brücke zwischen den Kulturen? Vorstellung eines neuen Forschungszentrums
Jadwiga Kita-Huber (Jagiellonen-Bibliothek)
Zum wachsenden Netz verflochtener Archive
Akademiemitglied Ottmar Ette (BBAW/HCTS, Changsha)
16:30 - 20:30 Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Zur Anmeldung
Tagung: Editionspraktiken im historischen Wandel. Von der Schreibmaschine zur Künstlichen Intelligenz
5. bis 6. März 2026, BBAW am Gendarmenmarkt, Konferenzraum 1
Ein Workshop in Kooperation mit der AG philosophische Editionen der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Der Workshop ist öffentlich, richtet sich an alle Interessierten und findet im hybriden Format statt.
Organisation: Prof. Dr. Eva-Maria Engelen und Dr. Holden Kelm
Programm 5. März 2026 14:00–14:30 Eröffnung Begrüßung: Christoph Markschies (Präsident der BBAW), Gerald Hartung (Sprecher der AG Philosophische Editionen der DGPhil, Universität Wuppertal) Einführung: Eva-Maria Engelen (BBAW / Universität Konstanz), Holden Kelm (BBAW)
Themenkreis I: Zur Transformation der Buchkultur im Zeitalter digitalen Edierens (Moderation: Eva-Maria Engelen, BBAW / Universität Konstanz) 14:30–15:15 Anne Eusterschulte (FU Berlin): „Kompilationen. Fragen an das digitale Edieren aus der Perspektive vormoderner Buchkulturen“ 15:15–16:00 Paolo Rubini (Leibniz-Edition, BBAW): „Zu früh für die Zukunft: Die digitale Mission der Leibniz-Edition Reihe VIII“ 16:00 Kaffeepause 16:15–17:00 Norman Jakob (MEGA, BBAW): „Marx-Engels-Gesamtausgabe: Gewandelte Editions- und Publikationspraktiken einer Druck- und Digitalausgabe“ 17:00–17:45 Holden Kelm (Schleiermacher-Edition, BBAW): „Die Hybridedition – Übergangsphänomen oder Standardmodell? Überlegungen in Bezug auf schleiermacher digital“ 19:00 Abendessen
Programm 6. März 2026 Themenkreis II: Digital pur. Oder: Editionspraktiken unter Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz (Moderation: Constanze Baum, HU Berlin) 10:00–10:45 Merlin Carl (Europa-Universität Flensburg, Gödel-Edition, BBAW): „Suchen ist Interpretieren – eine kritische Betrachtung von KI-gestützten Retrieval-Methoden am Beispiel der Philosophischen Notizbücher von Kurt Gödel“ 10:45–11:30 Gordon Fischer (TELOTA, BBAW): „Zwischen Edition und Exploration: Digitale Texte im Spannungsfeld von Editorik und Datenanalyse“ 11:30 Kaffeepause 11:45–12:30 Frederike Neuber und Tim Westphal (TELOTA, BBAW): „Hybride Mensch-Maschine- Forschung: KI-Einsatz in digitalen Editionen“ 12:30–13:30 Mittagspause
Themenkreis III: Wissenschaftspolitische und -historische Reflexionen auf den digitalen Wandel (Moderation: Holden Kelm, BBAW) 13:30–14:15 Tessa Gengnagel (CCeH, Universität Köln): „Zur Modelltheorie von Editionen unter Berücksichtigung ihrer zunehmenden Maschinisierung“ 14:15–15:00 Monja Reinhart (Scholz-Edition, Universität Münster): „Vom Wert der Wissenschaft: Creative Commons als libertäre Idee“ 15:00 Kaffeepause 15:15–16:00 Petra Gehring (TU Darmstadt): „Für Maschinen edieren?“ 16:00–16:30 Abschlussdiskussion
Im Vortrag von Kai Bremer (Freie Universität Berlin) wird im ersten Teil am Beispiel der Editionsgeschichte von Lessings Nathan der Weise rekonstruiert, welche Fragestellungen und Herangehensweisen die germanistische Editionswissenschaft von ihren Anfängen im frühen 19. Jahrhundert bis zum späten 20. Jahrhundert geprägt haben und zumindest die analoge Editionswissenschaft bis heute prägen.
Im zweiten Teil des Vortrags soll diskutiert werden, wie diese Fragestellungen und Herangehensweisen durch die Möglichkeiten der Digitalisierung erweitert und ergänzt werden und welche Perspektiven sich daraus für die Lessing-Editorik für die Zukunft ergeben. Zugleich versprechen die Ausführungen Einblicke in das Berliner Verlagswesen der Aufklärungszeit.
Eine Veranstaltung des Zentrums Preußen – Berlin.
Freitag, 13. Februar 2026, 18 Uhr Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Krieg und Frieden - Preußen zwischen Ordnung, Ohnmacht und Erneuerung
19:00 Uhr Das Ringen um eine europäische Friedensordnung: Leibniz und Saint-Pierre Vortrag von Friedrich Beiderbeck (Akademienvorhaben “Leibniz”, Potsdam I)
20:00 Uhr Das Berliner Nationaltheater unter der französischen Besatzung 1806–1813 Vortrag von Klaus Gerlach ("August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv 1796–1814")
21:00 Uhr Kriegerische Zeiten: Friedrich Schleiermacher in Briefen, Predigten und Vorträgen Vortrag von Simon Gerber, Holden Kelm und Dirk Schmid (Akademienvorhaben “Schleiermacher in Berlin 1803–1834”)
22:00 Uhr “Zur Abendtafel gab es Sekt und Austern, höchst schlemmerhaft” Alltag am Berliner Hof während des Ersten Weltkrieges Vortrag von Anja Bittner (Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel, 1896–1918")
Das Akademienvorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ lädt zu einem besonderen Doppeltermin rund um Alexander von Humboldts Klangwelten ein. Der Komponist Ricardo Lorenz (Professor of Music Composition at Michigan State University) zeigt am Nachmittag in den Werkstattgesprächen, wie sich Humboldts Reiseberichte in Klang übersetzen lassen und welche Rolle akustische Perspektiven für sein eigenes kompositorisches Arbeiten spielen. Am Abend fragt er gemeinsam mit Ottmar Ette, inwiefern Humboldt bereits als früher Pionier einer "Acoustic Ecology" gelesen werden kann: Ausgehend von Humboldts Reisebericht Relation historique (Personal Narrative) diskutieren sie die Bedeutung von Hörereindrücken und Klanglandschaften in Humboldts Schreiben sowie ihre heutige Re-Inszenierung durch Komposition und KI-Technologien.
1) Werkstattgespräche der Alexander-von-Humboldt-Forschung
9. Dezember 2025, 16:00 Uhr BBAW, Akademiengebäude am Gendarmenmarkt, Raum 226
Interpreting Humboldt’s words and translating them into sound: what is gained and what is lost in the process?
Composer Ricardo Lorenz discusses how his personal interpretation of Alexander von Humboldt’s travel writings led him to musical collaborations with the Los Angeles Philharmonic and with Venezuelan sound artist Alonso Toro. He will share audio excerpts of these collaborations and invite an open dialogue centering on the challenges that arise when Humboldt’s words are turned into art.
2) Humboldt Netzwerke
Vortrag und Gespräch mit Ricardo Lorenz und Ottmar Ette
9. Dezember 2025, 18:00 Uhr BBAW, Akademiengebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal
HUMBOLDT LISTENS: Alexander von Humboldt and the Birth of Acoustic Ecology
Was Alexander von Humboldt the first acoustic ecologist? In this event, Ricardo Lorenz (Professor of Music Composition at Michigan State University) will show how the famous naturalist engaged with the tropical environment by relying not only on his sight but also on his acute sense of hearing.
Following a brief presentation, Lorenz will join Ottmar Ette, Director of the long-term academy project "Traveling Humboldt – Science on the Move", for a discussion on the role of sound in Humboldt’s writings. They will also explore how collaborations with the Los Angeles Philharmonic and Venezuelan sound artist Alonso Toro deepened Lorenz’s understanding of Humboldt's sonic world and led him to recreate some of Humboldt’s soundscapes using sound and A.I. technologies.
Ein Abend zu Ifflands vergessenen Stücken mit Simon Strauß (FAZ), Bettina Bartz (Dramaturgin), Klaus Gerlach (BBAW) und Michael Rotschopf (Schauspieler)
Der Theaterautor, Schauspieler und Direktor des Berliner Nationaltheaters August Wilhelm Iffland war um 1800 äußerst populär. Unter seiner Leitung wurde das Nationaltheater am Gendarmenmarkt zum zentralen Austragungsort gesellschaftspolitischer und v.a. kunstästhetischer Diskussionen um die Frage der Deutungshoheit des kulturellen Leitmediums Theater. Heute aber sind seine Stücke weitgehend in Vergessenheit geraten – obwohl sie oft aktuelle Konflikte verhandeln. Ifflands Stücke suchen (und finden) immer Lösungen für die in ihnen verhandelten Konflikte. Warum werden Ifflands Stücke aber heute nicht mehr gespielt? Was können wir noch von ihnen lernen?
Eine Veranstaltung der Reihe „Vergessene Stücke“ in Kooperation zwischen dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gefördert von der Stiftung Berliner Sparkasse.
03. November 2025 18:00 Uhr
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
3. Digital Humanities Workshop des Zentrums Preußen-Berlin
Donnerstag, den 16. Oktober 2025, 10:00–13:30 Uhr Literaturlounge der BBAW
Der Workshop richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zentrum Preußen-Berlin sowie bei TELOTA, ist aber selbstverständlich auch offen für interessierte Kolleginnen und Kollegen aus anderen Projekten und Struktureinheiten der BBAW.
Programm: Begrüßung 10:00–11:00 Uhr Vortrag: Handschriftenerkennung und Textauszeichnung mit generativer KI – Gerrit Brüning, Katharina Hofmann-Polster, Felix Schenke (Klassik-Stiftung Weimar)
11:00–11:45 Uhr Marktplatz der Ideen (I)
entitySearch – ein Zentralregister für digitale Editionen und Ressourcen – Frederike Neuber, Sascha Grabsch, Stefan Dumont (TELOTA)
Textsynopse für schleiermacher-digital – Gordon Fischer (TELOTA)
Verlaufs- und Umfeldanalysen mit Voyant Tools – Holden Kelm (AV „Schleiermacher in Berlin 1808–1834. Briefwechsel, Tageskalender, Vorlesungen“)
3 Impulse je 10 Min., 15 Min. Diskussion 11:45–12:15 Uhr Kaffeepause 12:15–12:45 Uhr Marktplatz der Ideen (II)
HTR-Workflow mit Transkribus für Alexander von Humboldts Observations Magnétiques –Daniel Wichmann (AV „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“)
eScriptorium-Workflow (PDF to TEI-XML) am Beispiel der Reihe 5 – Tim Westphal (TELOTA), Josefine Kitzbichler (AV „Leibniz Potsdam II“)
Datenkuratierung im Personenregister mit OpenRefine – Anja Bittner (AV „Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel 1786–1918“)
3 Impulse je 10 Min., 15 Min. Diskussion 13:00-13:30 Uhr Abschlussdiskussion
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
Preußen – ein Name, der bis heute Bewunderung, Ablehnung und Widerspruch hervorruft. Welche Perspektiven eröffnen sich auf seine Geschichte und Wirkung, wenn man über Deutschland hinausblickt und den europäischen Kontext einbezieht?
Es diskutieren Akademiemitglied Ute Frevert, Alvydas Nikžentaitis (Lithuanian Institute of History) und Agnieszka Pufelska (Nordost-Institut an der Universität Hamburg), moderiert von Akademiepräsident Christoph Markschies.
Dienstag, 14. Oktober 2025, 18 Uhr Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Die Rezeption von Kulturgütern ist konstitutiv für menschliches Zusammenleben. Aktuell wird sie in bedeutsamer Weise problematisiert, wie die Auseinandersetzung um sogenannte Klassiker eindrücklich zeigt. Der kleine und große Denkmalsturz ist beinahe täglich zu beobachten. Oftmals ist umstritten, inwiefern das Erinnerte zu bewahren oder neu zu denken ist.
Vor diesem Hintergrund steht das Verhältnis von Rezeption – Transformation – Imagination zur Erkundung an. Diese Trias ist für die Kulturwissenschaften grundlegend, denn Texte werden rezipiert, Aussagen übersetzt, kritisch angeeignet und in neuen Gedankenformationen imaginiert. Dabei beziehen sich bemerkenswert viele Disziplinen auf das Werk Friedrich Schleiermachers.
Mit Friedrich Schleiermacher begegnet uns ein maßgeblicher Rezipient verschiedenster Textwelten. Er ist mit jüdischen, christlichen und altgriechischen Quellen zutiefst vertraut. Deren philologisch korrekte Rezeption beschäftigt ihn ebenso wie ihre kulturprägende Bedeutung. Intensiv verfolgt er die hermeneutische Diskussion seiner Zeit und legt selbst einen Klassiker der Kunstlehre des Verstehens vor. Seine Interpretationen prägen wiederum die Forschung bis in die Gegenwart hinein in markanter Weise.
Der Kongress wird sich an den genannten drei Leitbegriffen – Rezeption, Transformation und Imagination –, von denen je einem an einem Tag besondere Aufmerksamkeit gilt, ausrichten und nach deren Verbindung fragen:
Organisation: Prof. Dr. André Munzinger in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jörg Dierken, Prof. Dr. Christine Helmer, Dr. Sarah Schmidt und Prof. Dr. Arnulf von Scheliha
Förderung: Universität Kiel, DFG, Zentrum Preußen - Berlin der BBAW, EKD, Schleiermacher-Gesellschaft, de Gruyter u.a.
Die Edition der „Fragmente des Sibirischen Reise-Journals 1829“
Der diesjährige Alexander-von-Humboldt-Tag rückt eines der komplexesten Manuskripte des Humboldt-Nachlasses ins Zentrum: die Fragmente des Sibirischen Reise-Journals von 1829.
Tobias Kraft und Florian Schnee führen in ihren Vorträgen durch eine Expedition, die gleichermaßen von politischem Auftrag wie von wissenschaftlicher Neugier getragen war. Sie beleuchten die vielschichtigen Wege, auf denen sich die Materialität des handschriftlichen Nachlasses und die Anforderungen an eine moderne Edition begegnen – von ersten Fragmenten bis zur fertigen Leseausgabe. In zwei Werkstattberichten geben Carmen Götz und Ulrich Päßler Einblicke in die laufende editorische Arbeit. Sie präsentieren neu erschlossene Abschnitte aus Humboldts Amerikanischen Reisetagebüchern, berichten von jüngsten Veröffentlichungen und eröffnen neue Perspektiven auf Humboldts geologische Manuskripte.
Eine Einladung, Humboldts Forschungsreisen neu zu entdecken und einen Blick hinter die Kulissen aktueller Editionsphilologie zu werfen.
Begrüßung Ottmar Ette Akademiemitglied und Direktor des Humboldt Center for Transdisciplinary Studies in Changsha (China)
Reise ans Ende der Fragmente. Von der Materialität des Schreibens zum Bauplan der Print-Edition Tobias Kraft, BBAW
Humboldts zentralasiatische Expedition: Zwischen Auftragsarbeit und Forschung an den Grenzen des Wissens Florian Schnee, BBAW
Jüngste Veröffentlichungen aus dem Amerikanischen Reisetagebuch: Index général, die Reise nach Caripe und der Beginn der Reise zum Orinoco Carmen Götz, BBAW
Das Wissen von der Erde. Ein Kurzbericht über die aktuelle Editionsarbeit an Humboldts geologischen Manuskripten und Briefen Ulrich Päßler, BBAW
Die klassische deutsche Philosophie verhandelte ihre Vorstellungen einer gerechten Gesellschaft im Medium der Rechtsphilosophie. Gemeinsamer theoretischer Ausgangspunkt der verschiedenen Entwürfe war dabei die Autonomie des Subjekts. Damit trat die Rechtsphilosophie in einen engen Zusammenhang mit der ebenfalls hierauf sich gründenden Moralphilosophie, musste aber auch hiervon unterschieden werden: sei es, dass das Recht, wie bei Kant und Fichte, als äußerliche Koordination moralisch indifferenter Personen verstanden wurde, sei es, dass, wie bei Hegel, abstraktes Recht und Moralität in ein übergeordnetes Verhältnis der Sittlichkeit treten sollten. Dagegen kritisierte die marxistische Tradition die bloß formale Gleichheit des Rechts, weil diese mit der vorgefundenen materiellen Ungleichheit verträglich war und sie zu reproduzieren half. Allerdings wurde auch immer wieder auf der Basis des Rechtsbegriffs gegen das Unrecht, das die kapitalistische Gesellschaft darstellt, argumentiert. So vertrat der Philosoph Leonard Nelson einen objektiven, nicht positivistischen Rechtsbegriff und im Umfeld der kritischen Theorie wandte sich Franz Neumann gegen seinen Lehrer Schmitt mit der Vorstellung einer Herrschaft des Gesetzes. In diesem Sinne heißt Rechtskritik also, die misslungene Realisierung des Rechts anzuklagen und seine volle Realisierung einzufordern.
Organisation: Dr. phil. Simon Helling und Dr. phil. Carolyn Iselt
Förderung: Professor Dr. Christoph Asmuth (Augustana-Hochschule Neuendettelsau), die Stiftung Leucorea und das Zentrum Preußen - Berlin der BBAW
Bis heute stehen der erste Deutsche Kaiser Wilhelm I. und seine Ehefrau Augusta im Schatten Otto von Bismarcks. In ihren jüngst erschienenen Büchern werfen Susanne Bauer (BBAW), Jan Markert (Universität Trier) und Frederik Frank Sterkenburgh (Universität Utrecht) neues Licht auf das Kaiserpaar. Gemeinsam mit Bärbel Holtz (BBAW) diskutieren sie über eine Neubewertung einer angeblich ausgeforschten Epoche der deutschen Geschichte. Moderiert wird der Abend von Daniel Stienen (Bismarck-Stiftung Friedrichsruh).
Eine Veranstaltung der Historischen Kommission zu Berlin in Kooperation mit dem Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel, 1786-1918" (BBAW).
Freitag, 4. April 2025, 18 Uhr Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Vier verschiedene Ansichten aus dem Zentrum Preußen-Berlin zum Thema Metamorphosen
Gastgeberin: Monika Wienfort, Professorin für Brandenburgisch-preußische Geschichte, Universität Potsdam Die Wende zum 19. Jahrhundert ist für Preußen eine Zeit politischer, wissenschaftlicher und kultureller Wandlungen, die sich zwar nicht wie in Frankreich in atemberaubendem Tempo der sich überschlagenden Ereignisse abspielten, gleichwohl alle Bereiche der preußischen Gesellschaft betrafen und nachhaltig prägten. Der Preußen-Salon bietet Einblicke in die Metamorphosen politischer und kultureller Institutionen und blickt auf gelehrte Reflektionen über Revolution, Reform und Freiheit.
19.00 „Die erhabenste Tat des Universums“– Schleiermachers Deutung der Französischen Revolution Welthistorische Ereignisse wie die Französische Revolution unterliegen, zumal im Bewusstsein der Zeitgenossen, unterschiedlichen Deutungen, da das Ereignis selbst sich nicht und nicht von selbst versteht, sondern erst verstanden werden muss. In Schleiermachers Deutung der Französischen Revolution wird diesem Ereignis, auch gegen konkurrierende Deutungen, eine neue, religiöse Gestalt gegeben. Diese Metamorphose soll anhand seiner „Reden über die Religion“ (1799) aufgezeigt werden. Ein Vortrag von Andreas Arndt, Professor (em.) für Philosophie an der HU zu Berlin und Projektleiter des Akademienvorhabens „Schleiermacher in Berlin 1808 – 1834“, BBAW. 20.00 Metamorphose des Berliner Nationaltheaters Ovid beschreibt in den „Metamorphosen“ die Entstehung und Veränderung der Welt in Mythen, in denen sich die Veränderung des Zustands eines Individuums in der Verwandlung seiner Form ausspricht. Visualisiert wird die Transformation stets durch eine neue Gestalt: Daphne verwandelt sich in Lorbeer, mit dem fortan Sieger und Helden gekrönt werden, Syrinx verwandelt sich in Schilfrohr, aus dem die Panflöte entsteht. Ovid zeigt poetisch, wie der Organismus seine ihm adäquate Form schafft. Der Vortrag führt aus, wie Iffland das Berliner Nationaltheater, einen institutionellen Organismus, um 1800 mittels Reformen eine Metamorphose durchleben lässt, indem er das Bühnenspiel, das Kostüm und die Beleuchtung modernisiert und dem Theater auch durch ein neues Gebäude eine andere Gestalt geben lässt. Ein Vortrag von Klaus Gerlach, „August Wilhelm Ifflands dramaturgisches und administratives Archiv 1796 – 1814“, BBAW. 21.00 Für „wahre Ordnung“ und „den Wohlstand des Thrones“: Reformen am preußischen Hof zwischen 1808 und 1820 Der Zusammenbruch des preußischen Staates nach der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806 war nicht nur Motor der bekannten Stein-Hardenbergschen Reformen, er bot auch einen willkommenen Anlass, um den preußischen Königshof vollkommen neu zu organisieren. Dabei lassen sich zwei nur teilweise miteinander verbundene Reformprozesse wahrnehmen: Zunächst wurde sofort nach dem Königsberger Exil der Königsfamilie 1810 die schon seit längerem als ineffizient empfundene Hofverwaltung umstrukturiert. Knapp ein Jahrzehnt später wurden schließlich die Finanzen des Hofes und der Dynastie neu geordnet. Diese Reformen waren ein wichtiges Element der Metamorphose der preußischen Monarchie im 19. Jahrhundert. Ein Vortrag von Anja Bittner und Annelie Große, Akademienvorhaben „Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel, 1786 – 1918“, BBAW. 22.00 Zwischen Revolution und Sklavenhandel: Alexander von Humboldts Karibikforschung 1826 veröffentlichte Alexander von Humboldt in Paris den „Essai politique sur l‘île de Cuba“. Es war zugleich sein umstrittenstes Werk, ein Fanal gegen die Sklaverei in den Kolonien und den transatlantischen Sklavenhandel. Die kubanische Kolonialverwaltung ließ die spanische Übersetzung 1827 kurzerhand verbieten. Der Text wurde zum Tagesgespräch, als sich Humboldt noch in den 1850er Jahren in amerikanischen Zeitungen gegen eine englische Übersetzung wehren musste, die das Kapitel über die Sklaverei weggelassen und die abolitionistische Haltung des Werkes unkenntlich gemacht hatte. In Humboldts öffentlichem Bekenntnis lag damals wie heute die Bedeutung dieses höchst umstrittenen Textes. Der französische Essai wurde jedoch nie vollständig ins Deutsche übersetzt. Mit dem Band „Politischer Versuch über die Insel Kuba“ (J. B. Metzler 2024) liegt nun erstmals eine wissenschaftlich fundierte Übersetzung von Humboldts Text vor. Die Herausgeber Ottmar Ette und Ingo Schwarz stellen den Band vor (Moderation: Tobias Kraft). Eine Veranstaltung des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ mit Ottmar Ette (Romanist, Universität Potsdam, Akademiemitglied und Projektleiter des Akademienvorhabens), Ingo Schwarz (Seniorwissenschaftler im Akademienvorhaben) und Tobias Kraft (Arbeitsstellenleiter)
Since the 16th century, South American biodiversity has been cataloged, investigated, and economically exploited. Over the centuries, many naturalists have contributed to the knowledge of the region’s extraordinary flora, comprising more than 82000 species. One of these naturalists was Alexander von Humboldt, who, alongside the botanist Aimé Bonpland, traveled to the Americas on a 5-year voyage and collected more than 6000 plant species. Works such as "Plantes Équinoxiales" and "Monographie des Melastomacées", as well as Humboldt’s American travel journals, and Bonpland’s Journal Botanique have been analyzed in search of ethnobotanical data. Using historical documentation from these naturalist research efforts (travel journals, books, magazines, letters, herbarium tags, etc.), Leopoldo C. Baratto’s (Faculty of Pharmacy, Laboratory of Applied Pharmacognosy, Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ)) research group has gathered ethnobotanical information to understand the relationship between plants, people, and biodiversity. Additionally, the research group focuses on other naturalists and their works, including Maria Sibylla Merian, Joan Nieuhof, Baron de Santa-Anna Nery, Carl A. M. Lindman, Hamilton Rice, and others. Baratto will present some examples of South American useful plants and their historical and current importance for bioprospecting new herbal drugs in the field of pharmacognosy and for the local bioeconomy, as well as strategies for biodiversity conservation.
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin und des Akademienvorhabens "Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung" im Zentrum "Preußen – Berlin" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
16. Dezember 2024 | 18:00 Uhr | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Einstein-Saal
Weihnachtssalon des Zentrums Preußen - Berlin am 27. November 2024 18:00 Uhr
Preußen: Pickelhauben, Garnisonen, Amtsstuben? „Männer auf Pferden und in Schlößern“?
Beim diesjährigen Weihnachtssalon des Zentrums Preußen – Berlin präsentieren wir Ihnen in fünf Bildern die Wirksamkeit von Preußinnen in unterschiedlichen sozialen Räumen. Von den Testamenten der preußischen Königinnen (Ulrike Marlow,Anpassungsstrategien der Monarchie am preußischen Beispiel, BBAW) bis zu Theaterprinzipalinnen als Gestalterinnen des Theaters (Klaus Gerlach,August Wilhelm Iffland - Erschließung und Edition, BBAW), von einer lange unbekannten Ko-Autorin von Alexander von Humboldts Kosmos-Vorlesungen (Christian Thomas,Alexander von Humboldt auf Reisen, BBAW) bis zu schwesterlichen Briefen aus dem städtisch-bürgerlichen Haushalt der Schleiermachers (Simon Gerber,Schleiermacher in Berlin, BBAW) und schließlich einer legendären Berliner Bordellbetreiberin mit preußischen Tugenden (Josefine Kitzbichler,Libertinismus in Deutschland um 1800, ehemals BBAW) richten wir den Scheinwerfer auf Akteurinnen, die preußische Kultur gestaltet haben. Und: es erklingt Musik von preußischen Komponistinnen. Eine Veranstaltung des des Zentrums Preußen – Berlin (Sprecherin: Dörte Schmidt). Organisation des Abends: Selma Jahnke (BBAW)Umrahmung mit Musik von preußischen Komponistinnen vorgetragen von Yan Cia (UdK, Klasse von Lucas Blondeel)
Tagung im Rahmen der Initiative "Akademisierung der Künste"
Die Kunst ist immer wieder als Gegenmodell zu vermeintlich zweckrationalen Logiken der Arbeitswelt beschrieben worden. Gleichwohl bilden sich auch im Feld der Künste seit dem 19. Jahrhundert zunehmend spezialisierte Tätigkeiten, differenzierte Ausbildungswege und Berufsbilder etwa in den Bereichen Technik, Vertrieb oder Vermittlung heraus. Die Tagung "Kunstberufe" nimmt solche Entwicklungen in Musik und Theater aus wissensgeschichtlicher Perspektive in den Blick.
Mit Beiträgen von Benjamin Hoesch (Universität Gießen), Laura-Maxine Kalbow (Universität Hamburg), Anja Klöck (HfMT Leipzig), Hiram Kümper (Universität Mannheim), Jochen Lamb (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Thekla Neuß (Freie Universität Berlin), Wibke Rhein (Universität Konstanz), Dörte Schmidt (Universität der Künste Berlin, Akademiemitglied), Halvard Schommartz (Freie Universität Berlin) und David Hagen (BBAW).
11. Juli 2024, 14–18 Uhr, 12. Juli 2024, 9–13 Uhr Konferenzraum 2 | Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Jägerstr. 22-23 | 10117 Berlin
Vorstellung von vier 2023 im Verlag de Gruyter erschienenen Publikationen
Die Berliner Schleiermacherforschungsstelle lädt Sie herzlich ein bei Wein und Flötenmusik vier 2023 im Verlag de Gruyter erschienene Publikationen zu Friedrich Schleiermacher zu feiern.
Begrüßung: SARAH SCHMIDT Grußwort des Verlages: ALBRECHT DÖHNERT Vorstellung der Publikationen: ELISABETH BLUMRICH, RALPH BRUCKER, SIMON GERBER, HOLDEN KELM, DOROTHEA MEIER, ANDRÉ MUNZINGER, DIRK SCHMID, BRENT SOCKNESS, DENIS THOUARD Es spielt die Flötistin HENRIKE WASSERMEYER
Donnerstag, 27. Juni 2024, um 18:00 Uhr auf der Dachterrasse der BBAW, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Akademievorlesung der Initiative „Akademisierung der Künste“
Kunstwissenschaften wurden von Kunst als reiner Praxis häufig ebenso grundsätzlich geschieden wie die Kunst von wissenschaftlicher Forschung überhaupt. Seit einiger Zeit werden solche Trennungen sowohl kategorial als auch institutionell in Frage gestellt. Doch sind diese Fragen so neu, wie es scheint? Entlang von Begriffen wie „Experiment“, „Engagement / Aktivismus“, „Distanz“ und „Synergie“ diskutiert die Vorlesung aktuelle Herausforderungen kunstbezogener Forschung.
Mit Miriam Akkermann (Freie Universität Berlin), Hans-Christian von Herrmann (Technische Universität Berlin) und Matthias Warstat (Akademiemitglied, Freie Universität Berlin).
Akademievorlesung der Initiative „Akademisierung der Künste“
Lehrmedien sind in den auf die Künste bezogenen Wissenschaften so allgegenwärtig wie selbstverständlich. So scheint Kunstgeschichte ohne Bildmedien, Musikwissenschaft ohne Tonträger, Theaterwissenschaft ohne Videoaufzeichnungen kaum vorstellbar. Wie aber spiegeln sich in den gewählten Medien und der Art ihres Einsatzes unsere Vorstellungen von den Künsten?
Mit Dörte Schmidt (Akademiemitglied, Universität der Künste Berlin) und Jan Lazardzig (Freie Universität Berlin).
1845 notierte die „Illustrirte Zeitung“, dass Frauen aus Berlin in einer Bittschrift den preußischen König baten, den Bau einer neuen Kirche auf dem Petriplatz in Berlin zu verhindern, „weil dadurch für ihre Kinder ein Spielplatz verloren ginge.“
In ähnlicher Form könnte der Kampf um den Erhalt eines Spielplatzes auch heute passieren, nur dass es eine Online-Petition wäre, mit der versucht würde auf politische Entscheidende einzuwirken. Das Beispiel von 1845 zeigt nur einen der vielfältigen Beweggründe, mit denen sich im 19. Jahrhundert Menschen an hochgestellte Personen oder Institutionen wendeten – in der Hoffnung, dass ihr Problem von diesen gelöst oder gemildert werden könne. Die Bandbreite der Bitten war sehr vielfältig, von finanzieller Unterstützung über Stellengesuche hin zu konkreten politischen Forderungen.
Der von Marion Dotter und Ulrike Marlow herausgegebene Tagungsband versammelt Beiträge aus der jüngsten Forschung zu Bittschriften im 19. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf der Habsburgermonarchie und Preußen. Die Textgattung der Bittschrift, die sich im Vormärz stilistisch und inhaltlich von der Petition abgegrenzt hatte, wird als ein traditionelles Symbol obrigkeitlicher Macht und Willkür gezeigt. Bereits seit der Frühen Neuzeit wurden Bittschriften in die zentralstaatliche Verwaltung überführt und boten der Bevölkerung Partizipationsmöglichkeiten im Staat. In der Veranstaltung wird der Band präsentiert und es wird die Bittschriftenpraxis am preußischen Hof vorgestellt. Eine abschließende Diskussion bietet die Möglichkeit zum Austausch.
Grußwort Ulrike Höroldt (Leiterin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz)
Beiträge Ulrike Marlow und Anja Bittner (Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Akademienvorhaben „Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel, 1786-1918“)
25. April 2024 19:00 Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Konferenzraum 1, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Akademievorlesung der Initiative „Akademisierung der Künste“
Die Idee, die Kunstfreiheit ließe der Kunst einen Raum zur freien Entfaltung, ist so einleuchtend wie problematisch. Sie war auf Kunst in geschlossenen Räumen ausgerichtet. Umgekehrt lässt sich fragen, warum in einer liberalen Ordnung Kunst mehr dürfen sollte als anderes, zumal wenn sie Dritte verletzt. Schließlich wandelt sich mit den Künsten auch die Notwendigkeit, ihre Grenzen zu kodifizieren.
Die Idee, die Freiheit der Kunst als eigenes Grundrecht zu verstehen, ist ein Produkt der deutschen Kunstreligion des 19. Jahrhunderts, das sich zuerst in Art. 142 Satz 1 WRV der Weimarer Reichsverfassung auf nationaler Ebene positiviert findet. Wirklich klar ist die Funktion dieser Garantie bis heute nicht, schließlich werden alle möglichen Ausdrucksformen von der Meinungsfreiheit geschützt. Entsprechend leerlaufend ist die Garantie der Kunstfreiheit in der Praxis der Bundesrepublik, wie sich am spärlichen Fallmaterial leicht zeigen lässt. Auch theoretisch erscheint fraglich, warum in einer liberalen Ordnung Kunst mehr dürfen sollte als andere gesellschaftliche Praktiken, noch dazu, wenn dieses Mehr andere Rechte verletzt oder einschränkt. Auch für die Selbstdarstellung künstlerischer Praktiken ergibt sich ein Problem, das schon aus der Religionsfreiheit bekannt ist: Sie ist gezwungen, ihre eigene Harmlosigkeit hervorzuheben, um sich plausibel auf die eigene Freiheit berufen zu können. Zudem scheint die Kunstfreiheit ohnehin nur noch zum Thema zu werden, wenn eine künstlerische Praxis ein politisches Mandat beansprucht. Für dessen Schutz bedarf es aber keines eigenen Kunstgrundrechts. Was dann von diesem bleibt, ist der Schutz einer kunstimmanenten Logik bei staatlichen Entscheidungen zur Kunstförderung. Was aber, wenn ein solcher Schutz einen Eigenstand ästhetischer Kriterien unterstellt, an den die geförderten Künste selbst nicht mehr glauben?
Ein Vortrag von Christoph Möllers (Humboldt-Universität zu Berlin | Akademiemitglied).
Gastgeberin: Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz Tageskalender, Reisetagebücher, Arbeitsarchive und Hofjournale – erlebte Zeit schreibt sich im 19. Jahrhundert in ganz unterschiedliche Textsorten ein. Vor dem Generalbass ihrer chronologischen Disziplinierung kommen zyklische Strukturen, Gewohnheiten, Zufälle oder außergewöhnliche Ereignisse zur Geltung. Der Preußen-Salon widmet sich gelebter, geplanter und gemessener Zeit in Aufzeichnungen Friedrich Schleiermachers, Alexander von Humboldts, August Wilhelm Ifflands und des preußischen Monarchen. 1.OG, Konferenzraum 3
Am Ende des Jahres 2013 trafen die neun Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts in der Staatsbibliothek zu Berlin ein.
Das zehnjährige Jubiläum dieser „Jahrhunderterwerbung“ (H. Parzinger) soll Anlass sein, auf die bisher geleistete Erschließungs- und Editionsarbeit zurückzublicken. Im Zentrum von Vortrag, Lesung und Gespräch wird die bei J. B. Metzler erschienene, vollständige Ausgabe des ersten Tagebuchbandes „Von Spanien nach Cumanà (1799/1800)“ stehen, die im Rahmen des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ erarbeitet wurde.
Mit Achim Bonte (Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz), Akademiemitglied Ottmar Ette, Carmen Götz (BBAW), Tobias Kraft (BBAW) und Nina West (Schauspielerin)
15. Dezember 2023 18:00 Uhr, Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden 8, 10117 Berlin
Vorstellung des Reclam-Bandes "Alexander von Humboldt: Auf dem Weg zum ökologischen Denken"
Das ökologische Denken Humboldts wird in drei Textauszügen vor Augen geführt: anhand einer frühen Reise des jungen Humboldt, seiner großen Reise in die amerikanischen Tropen und schließlich seiner Russisch-Sibirischen Forschungsreise. Für Humboldt begreift das System Erde den Menschen als Teil der Natur, wobei in diesem System Erde alles in Bewegung ist: die Kontinente, die Pflanzen, die Tiere, die Menschen. Die Vorstellung von einem sich ständig verändernden Planeten als Heimstätte des Menschen öffnet auf diese Weise den Blick für einen Lebensbegriff, in dem das Leben des Menschen nur einen Teilbereich des gesamten Lebens ausmacht. Ein Vortrag von Akademiemitglied Ottmar Ette mit anschließender Lesung von Tobias Kraft (BBAW). Moderiert von Ulrich Päßler (BBAW).
Humboldt, Alexander von (2023): Auf dem Weg zum ökologischen Denken. Drei Texte. (Reihe: Was bedeutet das alles?). Hg. v. Ottmar Ette. Ditzingen: Reclam, Philipp (Reclams Universal-Bibliothek, 14357). ISBN: 978-3-15-014357-5 Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin und des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“.
Veranstaltet im Rahmen des Kolloquium - Humboldts Netzwerke am 11. Dezember 2023 18:00 Uhr im Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Anmeldung hier
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Kairo eines der wichtigsten urbanen Zentren am Schnittpunkt zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent, zwischen "East" und "West", zwischen antiker Vergangenheit und moderner Gegenwart.
Für Berlin und den Preußischen Staat bildete die zu dieser Zeit so überaus kosmopolitische Stadt einen zentralen Anlaufort, zu dem zahlreiche institutionelle, wirtschaftliche und persönliche Beziehungen bestanden. Sichtbar werden diese Verbindungen am Beispiel der Einrichtung des Kaiserlich Deutschen Instituts für Ägyptische Altertumskunde (später das Deutsche Archäologische Institut Kairo), aber auch an den Initiativen der Königlich-Preußischen Phonogramm-Kommission (später Berliner Phonogrammarchiv) oder den Bemühungen der Hochschule für Musik um Kooperation mit dortigen Musikausbildungsinstitutionen. Ab den 1930er Jahren wurde Kairo schließlich zum Ziel nationalsozialistischer Außen- und Kulturpolitik, wie gleichermaßen Exil- und Sammelort für viele, die aus Europa vertrieben oder vor Diktaturen und Krieg geflüchtet waren.
Der Weihnachtssalon des Zentrums Preußen-Berlin findet diesmal in Kooperation mit dem Zentrum "Grundlagenforschung Alte Welt" und der Arab-German-Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) statt und geht im interdisziplinären Gespräch zwischen Ägyptologie und Musikwissenschaft, aber auch mit Live-Musik und der Demonstration historischer Wachswalzenaufnahmen dem vielfältigen Austausch zwischen Berlin und Kairo in dieser Zeit nach.
Das Zentrum Preußen Berlin veranstaltet einen vierstündigen BBAW-internen Workshop, bei dem sich die im Zentrum vereinten Akademienvorhaben und Projekte über den Themenkomplex Metadaten austauschen. Der inhaltliche Fokus wird auf der Vernetzung der digitalen Editionen hinsichtlich der Personendaten liegen. Zu den einzelnen Inputs aus der Telota-Gruppe sowie aus einzelnen Editionen des Zentrums Preußen, in denen wir den Ist-Stand, Anwendungsbeispiele und Visionen vorstellen wollen, wird euch und Ihnen Mitte August ein Programm zugehen.
4. Workshop des DFG-Langfristvorhabens »Theologische Ethik als Kulturtheorie. Hybridedition von F. D. E. Schleiermachers Vorlesungen über Christliche Sittenlehre und ihre historische und systematische Erschließung« in Münster 11.-12.05.2023
Aufklärung heißt ... im 19. Jahrhundert in der Öffentlichkeit diskutieren
Gastgeber:innen: Dörte Schmidt (Musikwissenschaftlerin, UdK Berlin, Akademiemitglied) und Ernst Osterkamp (Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Akademiemitglied). Eine Veranstaltung des Zentrums „Preußen – Berlin“ und der Kommission Literaturwissenschaften.
Die Reise eines Schafes vom CIL in das Zentrum Preußen und seine Begegnung mit Christian Daniel Rauch
Ulrike Ehmig, Arbeitsstellenleiterin Corpus Inscriptionum Latinarum
In dem von Uta Motschmann edierten Briefwechsel zwischen Christian Daniel Rauch und Aloys Hirt gibt es eine Passage, in der eine lateinische Inschrift besprochen wird. Zu dieser Inschrift wurde im CIL im vergangenen Jahr 2022 ein Abklatsch aufgefunden, der durch einige Recherche das seit Anfang des 19. Jh. vermisste Original in Dresden wieder zutage gefördert hat und ebenso eine Gipskopie in Leiden. Die Arbeitsstellenleiterin des Corpus Inscriptionum Latinarum berichtet in einem Vortrag, der Anfang 2024 in einer Festschrift erscheinen wird, über diesen außergewöhnlichen Fund und seine Tragweite.
Die Plenarsitzung beginnt 15:30, der Vortrag wird ca. 16:30 Uhr beginnen.
Plenarsitzung des Zentrums Alte Welt BBAW Berlin Jägerstraße 22/23, Einsteinsaal Freitag, 24.2.2023, 16:30 Uhr
Buchvorstellung Giambattista Vico: Die Erste Neue Wissenschaft (1725) Deutsche Übersetzung von Jürgen Trabant (Meiner 2022)
Es wäre verkürzt, Vicos Neue Wissenschaft von 1725 nur als eine erste Auflage zu betrachten, denn sie ist ein Werk eigenen Rechts. Sie ist ein Hauptwerk des emblematischen Philosophen Italiens. Jürgen Trabant, renommierter Linguist und anerkannter Vico- Spezialist, hat dieses Werk nun zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt. Vico entwirft hier zum ersten Mal seine »neue Wissenschaft«, die zum Ziel hat, die von den Menschen gemachte politische Welt philosophisch zu verstehen. Anders als Descartes, der Gewissheit allein aus dem reinen Denken gewinnt, findet Vico sicheres Wissen in einer umfassenden Betrachtung menschlicher Schöpfungen. Die Vielfalt der kulturellen Zeichen, die Entwicklung der Sprache und die Geschichte politischer Institutionen werden damit wissenschaftsfähig, was sie vor Vico nicht waren. Seine Philosophie ist Geschichts-, Sprach- und Wissenschaftsphilosophie in einem. Vicos radikale Wende der Meta-Physik in eine Meta-Politik legt die Grundlagen der modernen Kulturwissenschaft.
In Friedrich Schleiermachers Gespräch Die Weihnachtsfeier begeht eine Familie gemeinsam mit ihren vertrauten Freunden den Heiligen Abend in einem bürgerlichen Salon.
Schleiermacher inszeniert die Feier als drame sérieux, als bürgerliches Familienstück in der Tradition Diderots und Ifflands. Unser Weihnachtssalon führt sein Publikum musikalisch in diese Szenerie und geht in Vorträgen und einem Podiumsgespräch unter anderem den Fragen nach, wie sich Schleiermacher zu seinen Vorgängern verhält, welche Bedeutung der Musik zukommt, welche Rolle Johann Friedrich und Louise Reichardt dabei spielen, wie sich Mann und Frau um 1800 im familiären und religiösen Kontext zueinander positionieren, und vor allem der Frage, welche Bedeutung der Weihnachtsfeier für die Konstitution der bürgerlichen Familie zukam und zukommt.
Es musizieren und singen die Mitglieder des ensemble1800berlin. Dieses Ensemble hat sich mit der Erforschung und Wiedergabe von Kammermusik-Transkriptionen sinfonischer Werke einem lang vernachlässigten Teil der musikalischen Salonkultur des 19. Jahrhunderts verschrieben. Die Musikerinnen und Musiker spielen auf historischen Instrumenten und entführen ihre Hörer so in die Klangwelt dieser Zeit.
Johanna Kaldewei – Sopran
Lucas Blondeel – Hammerflügel
13. Dezember 2022 15:00 Uhr Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Eine Veranstaltung im Rahmen der Jahresversammlung des Zentrums Preußen – Berlin.
Der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher trat um die Wende zum 19. Jahrhundert in die Welt der Berliner Salons ein, die ihn persönlich aber auch philosophisch nachhaltig prägte.
Mit Blick auf Leben und Werk Schleiermachers beleuchtet Sarah Schmidt (BBAW) die in den Salons gepflegte „freie Geselligkeit“, die in unserer auf Massenindividualität ausgerichteten Freizeitgesellschaft zu einem bedrohten Gut geworden ist.
7. Dezember 2022 12:00 Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Von der Reform zur Restauration. Schleiermacher in Berlin 1813-1821 Die interdisziplinäre Tagung widmet sich dem Denken und Wirken Schleiermachers in Berlin und Preußen in den entscheidenden Jahren während und nach den Befreiungskriegen. Sie beleuchtet den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext, und diskutiert seine theologischen, kirchlichen und philosophischen Projekte.
Online Workshop Der Zoologe und Botaniker Christian Gottfried Ehrenberg (1795–1876) gehört zu den Mitbegründern der Mikrobiologie. Forschungsreisen führten ihn von 1820 bis 1825 in den Nahen Osten sowie 1829 mit Alexander von Humboldt in den Ural und nach Westsibirien.
Der Workshop thematisiert Ehrenbergs Sammeltätigkeit auf Reisen, die mikroskopischen Untersuchungen in Berlin sowie die Bedeutung seiner wissenschaftlichen Zeichnungen für die heutige Forschung.
Tea Time Concert Die BBAW lädt anlässlich der Übernahme des Amtes des Präsidenten der Akademie durch Christoph Markschies zu einem Tea Time Concert ein. Beethovensche Ouvertüren und Symphonien werden interpretiert durch das ensemble1800berlin. Begleitet wird das Konzert von einer Gesprächsrunde.
Zwar gehört Berlin nicht zu den Städten, in denen Beethoven persönlich besonders präsent gewesen wäre. Denn nur einmal, im Jahre 1796, besuchte er den Preußischen Hof. Immerhin war der Aufenthalt kompositorisch doch so anregend, dass seine Cellosonaten op. 5 hier entstanden. Wirkmächtig wurde Berlin allerdings als Stadt der öffentlichen Debatten über Beethoven und als Ort einer der bedeutendsten Sammlungen seiner Manuskripte. In der spezifischen intellektuellen Landschaft der Stadt – zwischen Universität, Akademie und Königlicher Bibliothek – wurde er zum Gegenstand der (durchaus politisch konnotierten) Mythisierung, des ästhetischen Staunens wie der philologischen Neugier. Die Geschichte der Beethoven-Rezeption kann in vielerlei Hinsicht als eine „preußische“ erzählt werden.
Warum und wie der Komponist im 19. Jahrhundert zu jenem Monument geworden ist, das in diesem Beethoven-Jahr erneut auf so viele Sockel gehoben wurde, und warum sich das mit guten Gründen gerade in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften thematisieren lässt – darüber sprechen der neue Präsident der Akademie, der evangelische Theologe Christoph Markschies, die Musikwissenschaftlerin und Sprecherin des Zentrums Preußen-Berlin der Akademie, Dörte Schmidt, und die Musikkritikerin und Beethoven-Expertin Eleonore Büning. Das ensemble1800berlin spielt Ouvertüren und Sinfonien Ludwig van Beethovens, als Kammermusik arrangiert von dem Komponisten Johann Nepomuk Hummel und von Otto Jahn, der als Altphilologe Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften war.
Veranstaltungsort: Livestream aus dem Leibniz-Saal
Abendveranstaltung Geochemiker und Akademiemitglied Friedhelm von Blanckenburg zeigt, wie die Interaktion zwischen der Geosphäre und der Biosphäre heute erforscht wird, wie sich die Methoden seit Humboldt verändert haben und welches Bild der Landschaften sich ergibt.
„Alles ist Wechselwirkung“ ist eines der berühmtesten Zitate Alexander von Humboldts. Auch die heutige Erforschung der Erde orientiert sich an diesem Prinzip. Heute weiß man, dass die Erde ein „System“ ist, bei dem verschiedenen Bereiche unseres Planeten voneinander abhängig sind. Geochemiker und Akademiemitglied Friedhelm von Blanckenburg zeigt, wie die Interaktion zwischen der Geosphäre und der Biosphäre heute erforscht wird, wie sich die Methoden seit Humboldt verändert haben und welches Bild der Landschaften sich ergibt. Anders als Humboldt können WissenschaftlerInnen heute die Bewegung der Landschaften sichtbar machen. Die Frage der Wechselwirkungen, die Humboldt so beschäftigt hat, ist dabei in Zeiten des Klimawandels ungebrochen aktuell.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Buchpräsentation Als „echte“ Berliner haben Wilhelm und Alexander von Humboldt einen Teil ihres Lebens, das heißt vor allem ihre Jugend- und späten Erwachsenenjahre, in Berlin verbracht. In dem Buch „Wilhelm und Alexander von Humboldt in Berlin. Berliner Kosmos“ stellen 26 Autorinnen und Autoren unterschiedliche Aspekte des Lebens und Wirkens der Humboldt-Brüder anhand von 30 Orten und Objekten vor.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Eine Veranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter Beteiligung der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Max-Planck-Gesellschaft, der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, der Jungen Akademie, der Arab-German Young Academy, der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Villa Aurora – Thomas Mann House, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung.
Seit jeher macht sich der Mensch ein Bild von der Welt, in der er lebt. Schon in der Steinzeit malten Menschen Bilder der sie umgebenden Welt an Höhlenwände. Seit Jahrtausenden haben die Menschen religiöse, philosophische und naturwissenschaftliche Theorien entwickelt, um darzulegen, wie die Welt beschaffen ist und was sie in ihrem „Innersten zusammenhält“. Sie nahmen extreme Risiken in Kauf, um ihren eigenen geographischen und geistigen Horizont zu erweitern und die Welt noch exakter zu kartographieren. Um neue Welten zu entdecken, reisten sie in die Ferne und schossen sich sogar ins All. Und sie entwickeln fortwährend neue Technologien, um die Welt differenzierter zu erfassen und darzustellen. Weltbilder können einigen Menschen die Welt erklären, anderen können sie Halt bieten, sie können aber auch aufeinanderprallen. Sicher erscheint heute nur eins: Der Singular „Weltbild“ ist in einer zunehmend diversifizierten Welt überholt.
Der Salon Sophie Charlotte 2020 macht daher den Plural „Weltbilder“ zum Programm. Er widmet sich historischen Naturdarstellungen, Weltdeutungen und Weltmodellen ebenso wie aktuellen und zukünftigen Blicken auf die Welt. Über 100 WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen eröffnen Ihnen neue Zugänge zur Welt. Erfahren Sie etwa vom Astronauten Thomas Reiter, wie die Sicht auf die Erde von außen die Perspektive verändert; hören Sie, wie der Nobelpreisträger Stefan Hell mit der von ihm erfundenen STED-Mikroskopie die Abbesche Auflösungsgrenze radikal unterlaufen und so einen „Lichtblick“ auf noch kleinere Welten ermöglicht hat; diskutieren Sie über den Zusammenhang von Herkunft und Weltbildern mit dem Träger des Deutschen Buchpreises 2019 Saša Stanišić; tauchen Sie ein in die Klangwelten der Berliner Singakademie; reisen Sie mit der Autorin Judith Schalansky zu abgelegenen Inseln; begeben Sie sich mit Jörg Thadeusz, Bibiana Beglau und Burghart Klaußner einmal in die Unterwelt und zurück; oder setzen Sie eine Virtual-Reality-Brille auf, um in ganz neue Welten einzutauchen.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Buchpräsentation 2013 endete nach 13 Jahren Laufzeit das Forschungsvorhaben „Berliner Klassik“ der BBAW, das von der These ausging, dass die deutsche Kulturblüte um 1800 nicht einen, sondern zwei herausragende Verdichtungspunkte besaß, nämlich Weimar und Berlin. Der erstere als exklusive Elitekultur, der letztere als Kultur einer offenen Bürger- und Großstadtgesellschaft. Der erstere von der Forschung national mythisiert, der letztere von der Forschung ignoriert.
Der vorliegende Band „Berlin 1800“, der aus einer Konferenz im Abbruchsjahr 2013 hervorging, spiegelt thematisch nicht den Abschluss des Projekts, sondern dessen chronische Unabgeschlossenheit in der Vielfalt seiner bekannten und unbekannten Bauelemente und deren Deutbarkeit im Sinn eines speziellen Epochenintegrals.
Um dieses Integral soll es in der Befragung der beiden Bandherausgeber gehen. Was bedeutet „Berliner Klassik“, wie funktioniert das stadtbürgerliche „Wagnis der Autonomie“, welche Rolle spielt dabei die „jüdische Aufklärung“, wie weit reicht das allgegenwärtige Individualitäts-Credo, wie begegnen sich Klassizismus und Romantik u.a.m. – Der zweite Teil des Abends ist für Lesungen markanter Texte und ein Publikumsgespräch reserviert.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Buchpräsentation Die Sprachtheorie von Karl Bühler, 1934 zum ersten Mal erschienen, ist ein Klassiker des modernen europäischen Sprachdenkens. Sie ist nach Saussures Cours de linguistique générale der große deutschsprachige Beitrag – und die Alternative – zur Begründung einer semiotisch inspirierten neuen Sprachwissenschaft, deren Grundzüge schon Wilhelm von Humboldt vorausgedacht hatte. Karl Bühler, der berühmte Psychologe, wurde auf dem Höhepunkt seiner akademischen Wirksamkeit 1938 von den Nazis aus Wien vertrieben. Die Rezeption der Sprachtheorie ist durch Nationalsozialismus und Krieg stark behindert worden. Nach dem Krieg aber wird die Sprachtheorie breit rezipiert und in viele Sprachen übersetzt. Derzeit gibt es ein neues internationales Interesse an Bühler, das in dem Gespräch über den von Tomáš Hoskovec herausgegebenen Band thematisiert werden soll.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Podiumsdiskussion mit Konzert Wie kaum zuvor haben die politisch Verantwortlichen der Weimarer Republik die Fortschrittlichkeit ihrer Politik mit avancierten künstlerischen Standpunkten verbunden. Leo Kestenberg war einer der Motoren dieser Politik. Eine Podiumsdiskussion des Zentrums Preußen-Berlin rückt seine Arbeit vor den Horizont der Bedingungen der Preußischen Bildungspolitik bis 1932 und ihres Verhältnisses zu den Künsten.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Kolloquium – Humboldts Netzwerke Alexander von Humboldt betätigte sich in unterschiedlichsten Wissensbereichen und vielen Disziplinen. Obwohl er natürlich kein Jurist war, hat er sich vielfach mit Problemen befasst, die zu seinen Lebzeiten und danach zu grundlegenden Fragen des in der Entstehung begriffenen Völkerrechts avancierten. Viele dieser Fragen wurden später in internationalen Verträgen kodifiziert, weshalb Humboldt als Vordenker des Völkerrechts gelten kann.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Akademievorlesung Indem sie Natur als Sehnsuchtsort inszeniert, legt die Landschaftsmalerei offen, dass „Natur“ ein Konzept ist, das untrennbar mit seinem Gegenkonzept „Kultur“ verwoben ist. Im Mittelpunkt der ersten Akademievorlesung "NaturGemälde" von Werner Busch steht die englische Landschaftsmalerei um 1800.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Der Humboldt-Tag stellt die laufenden Editions- und Forschungsarbeiten des Akademienvorhabens vor. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf den Tagebüchern der Amerikanischen Reise (Humboldt) sowie der Russisch-Sibirischen Reise (Humboldt, C. G. Ehrenberg). Am Abend präsentieren Christian Kassung und Christian Thomas ihr neues Buch: Humboldts Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie, ediert nach der einzigen überlieferten Nachschrift von Henriette Kohlrausch.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Kooperationsveranstaltung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Mendelssohn-Gesellschaft. Der Spaziergang auf den Spuren Alexander von Humboldts führt von der Jägerstraße über die Straße Unter den Linden (Denkmal vor der Universität und Maxim-Gorki-Theater), an der Museumsinsel vorbei, in die Oranienburger Straße 67. Dabei werden Lebensstationen und Wirkungsstätten des preußischen Gelehrten in seinen Berliner Jahren erläutert. Mit Ingo Schwarz, Mitarbeiter des Akademienvorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Buchpräsentation Preußen als Kulturstaat, als Militärmacht: Jenseits dieser eindimensionalen Vorstellungen entfaltet Ottmar Ette das Bild eines vielperspektivischen Preußens. Sein neues Buch zeigt verschüttete Traditionen einer Geschichte auf, die aus dem gängigen Bild Preußens entfernt wurden. Was wissen wir über Anton Wilhelm Amo, der sich als erster Philosoph afrikanischer Herkunft an einer preußischen Universität immatrikulierte? Was sagen uns die Projektionen des preußischen Gemeinwesens durch Friedrich des Großen auf Neuspanien und die Herrschaft Moctezumas? Wer war der holländische Philosoph Cornelius de Pauw, der seine Werke in Berlin in französischer Sprache verlegte und von hier die weltweit geführte Berliner Debatte um die Neue Welt befeuerte? Für welches Preußen stehen der jüdische Salon der Rahel Varnhagen, Heinrich von Kleists Imagination der Haitianischen Revolution oder das Werk der Schriftsteller und Forschungsreisenden Adelbert von Chamisso und Alexander von Humboldt, der nicht als „wahrer” Preuße galt? Ottmar Ette erzählt von mobilen Preußen, deren Beziehungen sich zu einem Mobile Preußens anordnen: ein neuer Blick auf Preußen als weltoffene und mobile Gesellschaft.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Seminarzentrum „Taubenschlag" Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Präsentation Alexander von Humboldts ikonisch gewordenes „Naturgemälde der Anden“ aus dem Jahr 1807 wird manchmal als erste Infografik der Geschichte bezeichnet, denn es ist informativ, intuitiv lesbar und zugleich ästhetisch ansprechend. Obgleich es eine Fülle an einzelnen Informationen versammelt, legt es durch die Entscheidung, die Daten auf den jeweiligen klimatischen Höhen einzutragen, geradezu suggestiv eine ganzheitliche Betrachtung der Naturphänomene nahe.
Inspiriert vom Vorbild Humboldts haben Studentinnen der Humboldt-Universität zu Berlin ein Semester lang ihr eigenes „Naturgemälde“ erarbeitet. Sie haben sich dabei von mehreren Fragen leiten lassen: In welchem Verhältnis stehen Natur und Urbanität? Welche Rolle spielt die Natur in den sogenannten Berlin-Romanen? Ist Urban Nature Street Art eine Antwort auf einen Mangel an Natur? Und was passiert, wenn man sich bei der Suche nach der Natur in Berlin auf Google verlässt? – Entstanden ist auf diese Weise ein neues, beziehungsreiches „Naturgemälde Berlins“, das in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gezeigt wird. Im Rahmen einer kleinen Vernissage werden die Studentinnen ihr Projekt vorstellen und auch eine Antwort darauf liefern, was passieren kann, wenn man sich im Berliner Tiergarten verläuft…
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Rotunde im 1. Stock, Jägerstraße 22/23 10117 Berlin
Abendveranstaltung Alexander von Humboldt war – dies hat er oft betont – empirischer Naturforscher, der Fakten und Zahlen über die belebte und unbelebte Natur sammelte. In der Nachfolge der Pythagoreer war er überzeugt, dass sich die Dinge in den Zahlen spiegeln, dass also das Wesen der Dinge als Zahlenverhältnisse erfasst werden könne. Möglichst genaue Zählungen und Messungen sollten daher die Grundlage für die Aufstellung einer Theorie sein. Die Theoriebildung selbst überließ er indes bewusst den Mathematikern. Eberhard Knobloch erläutert in seinem Vortrag Beispiele der Humboldt’schen Naturforschung, die den Mathematikern zuarbeiten sollten. Alexander von Humboldt förderte viele junge Talente ehe sie allgemein bekannt wurden. Das galt auch für den 52 Jahre jüngeren Hermann von Helmholtz, der im Zentrum von Jochen Brünings Vortrag steht. Singuläre wissenschaftliche Leistungen führten zu Helmholtz’ international weit herausgehobener Stellung, so dass er mit Recht als Nachfolger Humboldts betrachtet wurde. Zugleich wurde Helmholtz als „der letzte Naturforscher“ bezeichnet, weil mit ihm die seit der Antike beschworene Korrespondenz von „Naturgemälde“ und „Theoriegebäude“ an ein Ende kam. Im Anschluss an die beiden Kurzvorträge diskutieren die Referenten über Humboldts und Helmholtz’ Verhältnis zu Empirie und Theorie.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Konferenz Aus Anlass seines 250. Geburtstags richtet die Konferenz ihren Blick auf die zahlreichen Perspektiven, die sich in der Auseinandersetzung mit Alexander von Humboldts Werk und Wirken ergeben. Die globale Reichweite seines Schaffens erzeugt bis heute ein breites und vielstimmiges Echo, dem man nur mit inter- und transdisziplinären Fragestellungen gerecht werden kann. Bei Humboldt ging es ums Ganze: die ganze Welt, der ganze Mensch. Die „Geschichte der Erkenntnis des Weltganzen“, wie es im Kosmos heißt, ist eine Geschichte von der Kultur des Menschen und seinem Zusammenleben mit der Natur in einer Welt, die der Mensch als Ganzes erst mit dem Eintritt in die Moderne erschließt, erobert und zu beherrschen lernt.
Die Konferenz nähert sich dem Werk und Wirken Alexander von Humboldts auf sechs thematischen Wegen: (1) Die Welt anders denken, (2) Weltklima und Anthropozän, (3) Kartographie und Räume des politischen Handelns, (4) Die ganze Welt der Kulturen, (5) Lokale Ressourcen und globale Wege, (6) Wissenschaftspraktiken im digitalen Zeitalter. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz zählen David Blankenstein (Berlin), Marie-Noëlle Bourguet (Paris), José Enrique Covarrubias Velasco (Mexiko-Stadt), Ottmar Ette (Potsdam), Wessam Abdelaziz Farag Alieldin (Mansoura), Raquel Gil Montero (Buenos Aires), Barbara Göbel (Berlin), Alberto Gómez Gutiérrez (Bogota), Tobias Kraft (Berlin), Vera M. Kutzinski (Nashville), Jaime Labastida (Mexiko-Stadt),Michelle Müntefering (Berlin)Ulrich Päßler (Berlin),Cettina Rapisarda (Potsdam), Karin Reich (Hamburg),Bénédicte Savoy (Berlin/Paris), Caroline Schaumann (Atlanta), Hans Joachim Schellnhuber (Potsdam), Paulo Asthor Soethe (Curitiba), Jürgen Trabant (Berlin) und Michael Zeuske (Havanna/Köln).
Eine Veranstaltung des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Amerikanischen Institut – PK, der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Universität Potsdam.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin
Das Forschungsvorhaben "Schleiermacher in Berlin 1808-1834" publiziert Ende April 2019 auf der elektronischen Plattform "Schleiermacher-digital" (https://schleiermacher-digital.de) Schleiermachers Tageskalender aus den Jahren 1808-1811, 1826-1827 und 1829-1832 sowie die Korrespondenz Schleiermachers für die Jahre 1808-1810.
Vor dem Hintergrund anwachsenden Interesses an der Mythologie beschäftigt sich der Berliner Spätaufklärer und Klassizist Karl Philipp Moritz (1756–1793) in der „Götterlehre“ (1791) mit antiken, vor allem griechischen Mythenüberlieferungen. Von den vielen Auflagen des Werks durfte der Autor allerdings nur die erste erleben. Im Rahmen der Kritischen Moritz-Ausgabe ist die „Götterlehre“ jetzt ausführlich kommentiert erschienen.
Moritz konzipierte die Schrift während seines Italienaufenthalts 1786–1788 mit Blick auf die Professur an der Berliner Akademie der Künste, die er 1789 antrat. In der Geschichte zeitgenössischer Auseinandersetzungen mit antiken Mythen bezeichnet die „Götterlehre“ einen Einschnitt; denn sie bricht mit der Mythenkritik der Aufklärung und entwickelt neue Perspektiven auf einen alten Stoff. Zum Erfolg des Werks trugen Kupferabbildungen von Asmus Jakob Carstens bei.
Mit der Frage, auf welche antiken und jüngeren Quellen sich Moritz bei der Ausarbeitung stützte, hat sich die Forschung bislang nicht systematisch beschäftigt. Erstmals widmet sich die neue Edition dieser Aufgabe und bewertet auch Querverbindungen innerhalb von Moritz’ schriftstellerischem Werk neu.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Kolloquium – Humboldts Netzwerke Die Forschungsreisen der drei Gebrüder Schlagintweit nach Indien und Hochasien während der 1850er Jahre im Dienste des preußischen Königs und der britischen Ostindienkompanie gehören zu den wichtigsten und zugleich kontroversesten Explorationsvorhaben Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Expedition war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Sie führte zu einer einzigartigen Sammlung von schriftlichen sowie bildlichen Aufzeichnungen und Artefakten aus Süd- und Zentralasien – insgesamt über 40.000 Objekte der Natur- und Kulturgeschichte aus den durchreisten Gebieten. Die Brüder gründeten mit den Sammlungen ein heutzutage vergessenes „Indisches Museum“ im Schloss Monbijou in Berlin, das nach ihrer Rückkehr 1857 für einige Jahre fortbestand. Der Vortrag untersucht neben der Rolle deutscher Forscher im kolonialen Indien insbesondere das soziale und wissenschaftliche ‚Innenleben’ der heterogenen Expeditionsgruppe und arbeitet die eminente Bedeutung indischer Partner, Wegführer und Übersetzer für die Realisierung der Mission heraus. Er schließt mit Reflexionen über das enge Verhältnis der Schlagintweits zu A. v. Humboldt, ihrem wichtigsten Förderer, und zum Konzept des Humboldt Forums. Moritz von Brescius ist Historiker an der Universität Bern. Er forscht zur Wissen- schaftsgeschichte, zu Kulturkontakten und der vergleichenden Kolonialgeschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt auf Europa und Asien. 2015-16 ko-kuratierte er eine Ausstellung in München zu deutschen Indienreisenden im 19. Jahrhundert. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen bedacht.
Eine Veranstaltung des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“, des Zentrums „Preußen – Berlin“ und des Jahresthemas 2019|20 „Naturgemälde“ der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Moritz von Brescius Universität Bern Fellow am Münchener Zentrum für Globalgeschichte
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Unser Bild vom Kosmos verändert und erweitert sich in dem Maße, in dem der wissenschaftliche und technologische Fortschritt wächst. Ausgehend von den farbenfrohen Darstellungen jüngerer Entdeckungen in der Astrophysik und Weltraumforschung – gleichsam eine moderne Form von Naturgemälden – zeigt der Vortrag von Günther Hasinger, Director of Science der Europäischen Weltraumagentur (ESA), wie laufende und künftige ESA-Missionen unser Bild des Kosmos, seiner Galaxien und Sterne sowie der Planeten in unserem Sonnensystem neu zeichnen. Das Wissenschaftsprogramm der ESA trägt maßgeblich dazu bei, bisher unzugängliche Regionen unseres Universums zu erfassen. Wissenschaft ist dabei DAS Grundmotiv der ESA. Denn Wissenschaft dient als Motor einer Spirale aus Inspiration, Innovation, Informationsaustausch und Interaktion: Die Grundlagenforschung fördert Innovation und technologische Entwicklungen und führt damit zu Fortschritt und wirtschaftlichem Erfolg. Sie treibt die Inspiration und damit die Faszination und Bildung neuer Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Ingenieurinnen und Ingenieuren voran. Und sie fördert den Informationsaustausch, was letztendlich zu Interaktionen, neuen Projekten und zur nächsten Drehung der Innovationsspirale führt.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Auftaktveranstaltung Alexander von Humboldt pflegte in seiner Wissenschaft ein komplexes Verhältnis zu deren Visualisierung. Er versuchte, bei seinem Publikum einen „Totaleindruck“ zu erzeugen und zugleich ein Verständnis für das Zusammenspiel höchst unterschiedlicher Faktoren zu erwecken. Der Vortrag des Romanisten und Akademiemitglieds Ottmar Ette geht den Wegen und Wirkungen der Humboldt’schen Versuche nach, ein Zusammendenken von Natur und Kultur buchstäblich und modellhaft vor Augen zu führen.
Der Vortrag bildet den Auftakt der Veranstaltungen des Jahresthemas 2019I20 „Naturgemälde“. Inspiriert durch Humboldt steht in den nächsten zwei Jahren die Darstellung von Naturphänomenen in Wissenschaft und Kunst im Mittelpunkt ganz unterschiedlicher Vorträge, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Einen Einblick in die vielfältigen Aspekte des Jahresthemas gewährt dessen Sprecher Matthias Steinmetz zu Beginn des Abends. Die Veranstaltung wird von der Journalistin Dorothee Nolte moderiert, die zugleich als intime Kennerin von Alexander von Humboldts Biographie eine kurze Einführung in sein Forscherleben gibt.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Vaterstadt und moralische Sandwüste – Alexander von Humboldts Berlin ein neuer biografischer Versuch über eine komplizierte Beziehung
16.03.2018 18:00 – 19:30 Uhr
Kolloquium - Humboldts Netzwerke Alexander von Humboldts Verhältnis zu Berlin war Zeit seines Lebens widersprüchlich. Erst der fast Sechzigjährige ließ sich dauerhaft in seiner Vaterstadt nieder – über zwei Jahrzehnte nach der großen amerikanischen Reise und nach langen Jahren des Forschens und Schreibens in der Kunst- und Wissenschaftsmetropole Paris.
Berlin und die Berliner waren oft Zielscheibe seines feinen Spotts. Zugleich jedoch half Humboldt als weltberühmter Gelehrter, Wissenschaftsorganisator und Kammerherr des Königs, die preußische Residenz zu einem europäischen Zentrum der Gelehrsamkeit zu entwickeln. Empfand er Berlin zunächst als „moralische Sandwüste, geziert durch Akaziensträucher und blühende Kartoffelfelder“, so erinnerte er am Ende seines Lebens, durchaus auch im Rückblick auf eigene Verdienste, an „die heiligen Pflichten und zarten Bande des Bürgerlebens.“
Peter Korneffel zeigt in Vortrag und Lesung überraschende und allgemein wenig bekannte Facetten im Leben Alexander von Humboldts. Der ZEIT-Reporter und Autor von „Die Humboldts in Berlin“ (Elsengold Verlag 2017) skizziert Momente aus einem bewegten Leben zwischen Potsdam, Tegel und Berlin.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Ausstellung Der Theologe, Philosoph und Philologe Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768–1834) gehört zu den bedeutendsten Gestalten des geistigen Lebens in Deutschland in der klassischen Epoche um 1800. Sein Werk wirkt fächerübergreifend und international bis in die Gegenwart. In Berlin predigte er nicht nur mehrere Jahrzehnte an der Dreifaltigkeitskirche, er war auch maßgeblich beteiligt an der Konzeption der 1810 gegründeten Berliner Reformuniversität und seit 1810 Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.
In seinen Schriften, Vorlesungen, Predigten und Briefen hat er sich eingehend mit dem Phänomen der Sprache auseinandergesetzt. Die Ausstellung widmet sich Schleiermachers Sprachtheorie und Sprachpraxis, sie gibt Einblicke in Manuskripte und Erstausgaben und führt in Schleiermachers Wirken als Übersetzer, Hochschullehrer, Prediger und Reformer ein.
Die Ausstellung ist im 1.OG vor dem Eingang zum Leibniz-Saal zu sehen.
Eine Tafelausstellung des Akademievorhabens "Schleiermacher in Berlin 1808-1834: Briefwechsel, Tageskalender, Vorlesungen".
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Öffentlicher Abendvortrag 1804 hielt sich die französische Schriftstellerin und Salonière, europäische Intellektuelle und Napoleon-Kritikerin Germaine de Staël (1766-1817) in Berlin auf. Sie wurde von Königin Luise empfangen, lernte bedeutende Vertreter der Berliner Kultur und Diplomatie kennen und berichtete in ihren Briefen über die Erfahrungen, die sie als – aus Paris von Napoleon verbannte – französische Reisende im Frühjahr 1804 in der preußischen Metropole machte.
1814 erschien ebenfalls in Berlin die erste deutsche Übersetzung ihres bekanntesten Werks „De l’Allemagne“. Diese europaweit wahrgenommene Kulturreportage „Über Deutschland“ beruht auf den Reiseerfahrungen der Autorin. Preußen und Berlin spielen dabei eine besondere Rolle. In dem Vortrag werden die "Bilder" beleuchtet, die sie in ihren persönlichen Briefen und in ihrem Deutschland-Buch von Preußen, Friedrich dem Großen, der Stadt Berlin und deren Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeichnete.
Die Tagung „Madame de Staël in Berlin. Zwischen Kultur und Politik: Korrespondenzen, Begegnungen, Wirkung“ findet am 15. September 2017, ab 9.30 Uhr im Institut français, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin statt.
Die Tagung wird gefördert durch die Stiftung Preußische Seehandlung.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Symposium Im Rahmen des Akademienvorhabens „Schleiermacher in Berlin 1808–1834. Briefwechsel, Tageskalender, Vorlesungen“ wird die wissenschaftliche, kirchliche und politische Tätigkeit Schleiermachers editorisch erschlossen. Die Beiträge des Symposions sollen die seit dem Beginn des Vorhabens (Anfang 2012) erarbeiteten Materialien in ihren Kontexten weitergehend erschließen, um auf dieser Grundlage das wissenschaftliche und politische Profil Schleiermachers neu zu konturieren.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Auf dem alljährlichen Leibniztag werden die höchsten Auszeichnungen der Akademie verliehen und die neu gewählten Mitglieder vorgestellt. Den diesjährigen Festvortrag „Das Dilemma des Rechts. Über Strenge, Milde und Fortschritt im Recht“ hält Akademiemitglied Gertrude Lübbe-Wolff.
Veranstaltungsort: Konzerthaus Berlin, Gendarmenmarkt, 10117 Berlin
Kolloquium Während die französische Gesellschaft durch eine Revolution grundlegend verändert wurde, setzte die preußische Elite auf allmähliche Reformen. Der junge Alexander von Humboldt engagierte sich gemeinsam mit anderen Naturforschern, Technikern und reformfreudigen Staatsbeamten wie Karl August von Hardenberg für den technischen Fortschritt und das Gemeinwohl. Durch technische Innovation – so war die Hoffnung – sollten auch die sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen verbessert werden.
Hierbei argumentierte Humboldt nicht nur für die gesellschaftliche Nützlichkeit der Botanik, Chemie und Physik, er trat auch in der Praxis für seine Reformziele ein. Als leitender preußischer Bergbeamter initiierte er technische Verbesserungen und arbeitete jahrelang an Erfindungen, die die Arbeit der Bergleute erleichtern sollten.
Humboldts Reformpläne stehen im Mitelpunkt des Kolloquiums. Dabei wird auch der gängige Mythos hinterfragt, in dem der junge Alexander von Humboldt als einsamer und reiner Naturforscher verklärt wird.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Konferenzräume 5 und 6, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin
Führung Der Spaziergang auf den Spuren Alexander von Humboldts führt von der Jägerstraße über die Straße Unter den Linden (Denkmal vor der Universität und Maxim-Gorki-Theater), an der Museumsinsel vorbei, in die Oranienburger Straße 67. Dabei werden Lebensstationen und Wirkungsstätten des preußischen Gelehrten in seinen Berliner Jahren erläutert.
Mit Ingo Schwarz, Mitarbeiter des Akademienvorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Tagung und Schülerworkshop Leibniz‘ Suche nach einer Universalsprache war darauf gerichtet, übersetzungsbedingte Missverständnisse wissenschaftlich fundiert zu beseitigen: Auslegungsstreitigkeiten, die zum Teil gravierende politische Konsequenzen nach sich zogen, sollten mittels einer mathematischen Code-Sprache gelöst werden. Die adäquate Abbildung von Realität und die Unterscheidung zwischen „wahr und falsch“ wurden damit zur Aufgabe des Rechnens. Auf der anderen Seite war Leibniz davon überzeugt, dass die natürlichen Sprachen in ihrer Verschiedenheit die „wunderbare Vielfalt der Operationen des menschlichen Geistes“ am besten spiegeln – und damit kostbare kognitive Zugänge zur Welt darstellen.
Die Tagung widmet sich der Spannung zwischen Einheitssuche und Wertschätzung von Diversität – durchaus in Anknüpfung an aktuelle Fragen.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Öffentliche Abendveranstaltung Im Film „Chamissos Schatten“ folgt Ulrike Ottinger den Spuren des Weltreisenden von Alaska über Tschukotka nach Kamtschatka. Gleichzeitig begibt sich die Künstlerin auf eine Reise zwischen Gegenwart und Vergangenheit: Mit dem Blick der Ethnographin und Künstlerin begegnet Ottinger Landschaften, Menschen und Tieren, wie sie auch von Chamisso, Forster und Humboldt beschrieben wurden und verknüpft so die historischen Erkenntnisse mit den aktuellen kulturellen Veränderungen.
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin
Bd. 7: Zwischen Ehrenpforte und Inkognito. Preußische Könige auf Reisen. Quellen zur Repräsentation der Monarchie zwischen 1797 und 1871. Bearbeitet von Gaby Huch. Berlin De Gruyter 2016, 1557 S. (2 Halbbände). (Acta Borussica, N. F., 2. Reihe: Preußen als Kulturstaat, hg. von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Wolfgang Neugebauer. Abteilung II: Das preußische Kultusministerium in der politischen und sozialen Wirklichkeit)